Ergonomie in Zeiten von Home-Office

27.06.2020
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Home-Office - das neue Glück?

Derzeit arbeiten Abertausende von Menschen von zuhause aus. Gehören Sie und Ihre Mitarbeitenden dazu?
Mancher improvisierter Arbeitsplatz sieht da durchaus sehr abenteuerlich aus. Die Ecke, die man all abendlich nutzt, um ein paar private Mails zu schreiben, sich über Urlausbziele und -unterkünfte zu informieren, ein wenig online zu shoppen oder um ein paar Videos zu sehen, ist auf einmal zum regelrechten Arbeitsplatz geworden. Und das schon seit Wochen.

 

Gut ist Anders!

Meist sind der Tisch, der Stuhl, die Licht- und Platzverhältnisse überhaupt nicht geeignet, um an ihnen längerfristig zu arbeiten. So stimmen oft die Proportionen zwischen Tisch und Stuhl nicht. Dies ruft eine Art Zwangshaltung hervor. Die Tiefe der Arbeitsfläche entspricht häufig nicht den Empfehlungen für einen Büroarbeitsplatz. Mit der Folge, dass die Unterarm-Hand-Auflage kürzer ist als empfohlen. So muss der Arm aktver gehalten werden, anstatt abgelegt werden zu können. Die Höhe und der Abstand zum Monitor führen meist zu einer Vorschiebung des Kopfes. Hierbei gilt zu bedenken, dass die Vorverlagerung pro Zentimeter mit einer relativen Gewichtszunahme des Kopfes um ca. 2-2,5 Kilogramm einhergeht. Dies muss muskulär alles ausgeglichen werden.

Die Ausleuchtung des Arbeitsplatzes hat auch in den allermeisten Fällen nicht die gewünschte Qualität. Zu viel Gegenlicht durch die Positionierung dirket frontal vor einem Fenster, zu schwache Ausleuchtung über Kunstlicht oder Lichtreflektionen auf dem Monitor sind gängige Belastungsmomente.

 

Bewegungslos macht kopflos!

Hinzu kommt, dass auch der kollegiale Austausch, der sonst schon einmal in der Teeküche oder im Aufenthalstraum stattfindet, oder die gegenseitige Stippvisite im Büro des/der KollegIn, so komplett entfallen. Auch der Gehweg zum Arbeitsplatz, die paar Schritte zum Kopierer, durch`s Treppenhaus, der gemeinsame Weg zur Kantine oder vielleicht der kurze gemeinsame Gang um den Block entfallen gänzlich. Die sowieso geringe Schrittzahl von durchschnittlich 2000 bis 2500 pro Arbeitstag reduzieren sich so auf meist nicht mehr als 300 bis 500. Dabei geht man nach wie vor von einer optimalen Schrittanzahl von 10.000 pro Tag aus. Dr. Ingo Froböse hat das in dem Satz "Sitzen ist das neue Rauchen" treffend auf den Punkt gebracht.

Telefonate oder Videokonferenzen bieten hier die aktuelle Alternative des digitalen Miteinanders. Das allerdings wird mit einer veremehrten ununterbrochenen Sitzposition teuer erkauft. Nicht wenige nehmen ihr Getränk und ihren Mittagssnack mit an den Schreibtisch. So wird häufig auch die Mittagspause arbeitend in unveränderter Position eingenommen. Statistiken zeigen, dass die Verweildauer am Homeoffice-Arbeistplatz bei vielen deutlich höher ausfällt, als im normalen Büroalltag. Verspannungen, Kopf- und Nackenschmerzen, einschlafende Hände, schmerzende Augen und Rückenschmerzen sind oft die ersten Folgeerscheinungen. Mangelnde Konzentrationsfähigkeit, ein höherer Energieaufwand zur Arbeitsbewältigung und Fehlerhäufung sind gängige Konsequenzen.

 

Die Lösung:

Das Online-Ergonomie-Coaching ermöglicht, dass mit geringstmöglichem Aufwand die individuelle Arbeitsplatzsituation erfasst werden kann. Abhilfe- und Optimierungsmöglichkeiten können so schnell erfasst und kommuniziert werden. Dies gelingt zunächst über kleine Veränderungen oder Hilfsmittel, die jeder Haushalt bietet. Ein Stapel Papier unter den Monitor oder die Entlastung des Handgelenkes über ein zusammengeroltes Handtuch sind hierfür zwei kleine Beispiele. Die inzwischen gängigen Videokonferenzen machen es zudem möglich, in der morgentlichen Besprechung gemeinsam ein kleines fünfminütiges Büro-Workaout durchzuführen. So können Belastungsspitzen auf ein Minimum reduziert und die Gesundheit der Mitwirkenden langfristig erhalten werden.